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7.5.08

Die Geschichte der Gummihose

Auch wenn Lehrer und Schüler nicht auf Wikipedia vertrauen, können es zumindest die Träger von Gummihosen. Der Artikel zum Thema Gummihosen bei Wikipedia ist gut recherhiert, schön zusammen getragen, und reichhaltig bebildert.


Wen die Erfindung der Gummihose aus Duschvorhängen, die positiven Wirkungen der Anwendung in der Baby- und Inkontinentenpflege sowie Details zu Marken wie Septa, Mölny oder Suprima interessiert, der wird hier nicht schlecht staunen... weiter
  • 1946 kam die US-Amerikanerin Marion Donovan durch ihre Kinder auf die Idee, etwas gegen die ständig vollen und auslaufenden Windeln unternehmen zu müssen. Sie nähte auf ihrer Nähmaschine erste Windelhosen aus einer Reihe von Duschvorhängen, die über der Stoffwindel getragen wurden. Anders als bei den Gummihosen, die es damals bereits gab, bekamen die Babys viel seltener einen Windelausschlag. Sie nannte diese überhosen ?Boaters?, weil sie die Babys stay afloat, ?über Wasser? hielt. Die endgültige Version des Boater entstand aus Fallschirm-Nylon und hatte zusätzlich anstelle von Sicherheitsnadeln Druckknöpfe aus Kunststoff und Metall. Den Boater verkaufte sie erstmals 1949 in New York und fand reißenden Absatz bei den Müttern. 1951 bekam sie das Patent für den Boater, der als Vorläufer der modernen Gummihosen aus PVC und anderen Materialien bezeichnet werden kann.
  • Eine der bekanntesten Gummihosen in den 70er Jahren dürften wohl die gelben ?Schwedenhosen? gewesen sein, die zunächst von der Firma Dr. Carl Hahn GmbH, anschließend von der Firma Johnson&Johnson GmbH hergestellt wurden. Für Babys wurden diese Schwedenhosen unter dem Namen Mölny in den Größen 1-4 vertrieben und passten Kindern bis etwa 6 Jahren. Für ältere Kinder und Erwachsene gab es dann die Septa-Schwedenhosen ab der Kindergröße bis zur Größe ?extra Groß? (52-56). Die Septa-Schwedenhosen waren aus einer Salben, öl und Urinbeständigen Folie gefertigt, die seitlich mit drei Metalldruckknöpfen zu verschließen war. Die Folie selbst war nicht aus PVC (Polyvinylchlorid) sondern aus einem PE (Polyethylen) Material hergestellt, das sich etwas wachsähnlich anfühlte, daher auch seine hohe Beständigkeit. Ab etwa 1988 wurden die Septa-Schwedenhosen dann von der Firma Walter Roewer GmbH im Auftrag von Johnson&Johnson GmbH produziert und vom Schnitt etwas abgeändert. Die Druckknöpfe wurden nun aus Kunststoff gefertigt und direkt mit der Folie verschweißt.
  • Da zunehmend die Höschenwindeln wie z.B. Pampers in der Babypflege, oder z.B. Attends in der Kranken- und Altenpflege die Stoffwindeln verdrängte, sank die Nachfrage nach Gummihosen beträchtlich. Gegen 1989 wurde die Produktion der Mölny-Schwedenhosen und etwa 1992 die Produktion der Septa-Schwedenhosen eingestellt. Heute sind nur noch wenige Hersteller auf dem deutschen Markt, die Gummihosen in den verschiedensten Ausführungen anbieten. Die bekannteste Firma dürfte hier die Firma Herzlieb GmbH sein, die ihre Produkte unter dem Namen Suprima vertreibt.



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23.4.06

Gastbeitrag: Pflege von PVC-Hosen

Ein Gastbeitrag für alle Fans von PVC-Hosen hat die windelnet.de-Redaktion erreicht: Der detaillierte und anschaulich geschriebene Artikel bereichert diese Seite um Themen, bei denen ich mich nicht so gut auskenne und die deshalb unterrepräsentiert sind. Interessant ist auch der Appendix mit weiteren Infos für chemisch Interessierte. Thanks to Christian!


Benutzer von PVC-Hosen oder -Wickelfolien kennen das Problem - nach mehrmaligem Tragen und anschlieï¬?ender Wäsche verhärtet das Material, wird rissig und irgendwannist das Höschen ein Fall für die Mülltonne. Auch langes Lagern hat den gleichen Effekt. Abgesehen vom erheblichen Komfortverlust, z.B an den Beinabschlüssen, ist die ständige

Neuanschaffung auch eine teure Angelegenheit. Grund hierfür ist der Umstand, dass die PVC-Folie generell Weichmacher enthält, die dem Material seine Anschmiegsamkeit verleihen. In der Regel sind diese Weichmacher Ã?l- und fettlöslich. Die Folge ist, dass sie beim Waschen bzw. beim Tragen im Kontakt mit der (fettigen) Haut herausgelöst werden und somit dem Material verloren gehen.

Durch eine geeignete Pflege lässt sich der Prozess der Verhärtung jedoch hinauszögern bzw. umkehren:

1. Höschen/Folien niemals in der Waschmaschine reinigen. Durch den intensiven Kontakt mit der Waschlauge, insbesondere bei hohen Temperaturen, wird der Weichmacher in großen Mengen aus dem Material herausgelöst.

Auch Bleichen bzw. Waschen mit Weichspülern greift das Material an und sollte vermieden werden.
Besser ist eine Handwäsche mit geringer Waschmittelzugabe in handwarmen Wasser. Eventuelle grobe Verunreinigungen mit einem Schwamm entfernen. Auskochen ist nicht notwendig, da sauberes PVC kein Nährboden für Bakterienwachstum darstellt. Ein weiterer Vorteil der Handwäsche ist, das nur wenig oder gar kein Wasser in die Tunnel (Bein- und Bauchabschlüsse) geraten kann. Zum Abschluss das Höschen einmal in klarem Wasser nachspülen.

Zum Trocknen sollte das Höschen mit dem Bauchabschluss nach unten aufgehangen werden. Auf diese Weise läuft das meiste Wasser einfach ab und der Rest trocknet an der Luft sehr schnell. Wenn es mal schnell gehen muï¬? kann das Wasser auch mit einem Handtuch abgetupft werden. Niemals das Höschen einwickeln und auswringen, da die Folie schnell zerreißt.

Auch niemals in der Sonne trocknen, da deren Strahlung das Material sogar komplett zerstört.

2. Das Wiedererweichen von bereits harten Folien ist nicht kompliziert, verlangt aber gewissenhaftes Arbeiten. Dazu sollten Sie sich in der Apotheke oder im Chemikalienfachhandel eine Flasche Bis-(2-ethylhexyl)-adipat bzw. Adipinsäure- bis-(2-ethylhexyl)-ester besorgen. Eine 100mL-Flasche reicht für etwa 20 bis 30fache Anwendung aus.

Mit einem weichen Tuch oder einem Stück Toilettenpapier die Flüssigkeit aufnehmen und gleichmäßig das Höschen von beiden Seiten einreiben. Die Oberfläche glänzt anschließend, da die Flüssigkeit einige Zeit braucht, um aufgenommen zu werden.

Die Oberfläche darf nach dem Trocknen nicht mehr glänzen. Unter Umständen ist eine weitere Behandlung notwendig, wobei der Zeitraum des Trocknens immer länger wird. Faustregel ist in jedem Fall etwa 24 Stunden.

Die Flüssigkeit wird vom PVC wie von einem Schwamm aufgesogen und ist dann dort gebunden. Mit der Zeit wird auch sie wieder durch Tragen und Waschen herausgelöst, so dass die Prozedur von Zeit zu Zeit wiederholt werden muss.

Achtung wichtig - Beim Umgang mit Chemikalien immer Handschuhe, Kittel und
Schutzbrille tragen und dabei auch nicht Rauchen, Essen oder Trinken!


Noch eine kleine Erläuterung für chemisch Interessierte:

PVC-Folie wird in der Regel mit Phthalsäureestern (spricht sich "Ftal"-säureester) weichgemacht. Weich-PVC enthält über 50% davon. Diese stehen aber in der Kritik krebsauslösende bzw. hormonähnliche Wirkung auf den menschlichen Körper zu haben.

Jedoch sind sie überall in unserer Umwelt vorhanden, weil sie von nahezu allen PVC-Gegenständen an die Luft abgegeben werden. Das heißt, dass sie auch im menschlichen Körper nachweisbar sind.

Derartige Wirkungen sind von Adipinsäureestern nicht zu erwarten. Trotzdem ist beim Umgang mit Chemikalien Schutzausrüstung empfehlenswert, da die Chemikalie ebenfalls durch die Haut wandern kann.

Das Problem des Herauslösens von Weichmachern betrifft vor allem niedrigmolekulare Substanzen. In den 70er und 80er Jahren gab es Höschen mit dem Prädikat "öl- und salbenbeständig" (Mölny bzw. Septa). Grund hierfür war die Verwendung von hochmolekularen Weichmachern (vor allem Polyester mehrwertiger Säuren und Alkoholen), die nur sehr schwer in Waschlauge oder Hautfett löslich sind. Mir ist jedoch kein heutiger Hersteller bekannt, der diese strapazierfähige Folie für seine Produkte verwendet. Ã?ber den Grund kann man nur spekulieren. Vermutlich sind höhere Materialkosten ausschlaggebend hierfür.

Auch der in Deutschland wohl bekannteste Hersteller von PVC-Höschen verwendet mit Phthalsäureestern weichgemachte Folie.

(A. d. R.: Christian ist auch unter dem Pseudonym Ganzkörperwindel bekannt.)

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